27.01.2012 - 13:08 Uhr | Quelle: fH | Autor: DB | Seite: 1
„Da fehlt uns manchmal das Arschloch-Gen“
Im Schatten des großen Bruders. Die mediale Beachtung der Oberligamannschaft von TuS Germania Schnelsen ist gewaltig. Doch welche Rolle spielt eigentlich die Bezirksligavertretung der Schnelsener? Der routinierte Kapitän Sven Rachold (Foto) klärt auf.fußball HAMBURG: Hallo Sven, mit Germania Schnelsen verknüpft man unweigerlich den Macher Holger Spethmann und die mit klangvollen Namen bestückte Oberligavertretung. Erklär uns doch mal die Konstellation mit der zweiten Mannschaft. Muss man die beiden Teams als zwei Paar Schuhe betrachten? Gibt es eine sportliche Zusammenarbeit?
Rachold: Bis auf kleine Zuwendungen aus dem Verein arbeiten wir als Zweite quasi autark. Das ist bei Germania aber eigentlich nichts Neues. Ich bin nun schon seit über zehn Jahren bei Schnelsen und hab immer mal wieder die Mannschaft intern gewechselt, aber ein funktionierendes Zusammenspiel zwischen Erster und Zweiter hat nie so richtig funktioniert. Dafür hat es zur jeweiligen Zeit auch immer wieder seine Gründe gegeben. Im Moment kommt sportlich hinzu, dass die Erste wirklich überragende Kicker hat und da muß man als Bezirksliga-Spieler erst mal mithalten können. Und Spieler, die bei der Ersten hinten dran sind, setzen sich lieber in der Oberliga auf die Bank, statt sich die Bezirkliga anzutun. Ich versteh es zwar nicht, aber bei uns ist Ruhe im Kader, und wir können gut damit leben. Über Holger wird ja schon so viel geschrieben. Da soll sich jeder selbst sein Bild machen. Aber es hat schon vor der Spethmann- Ära guten Fußball bei Germania gegeben, und es wird auch danach weiter gehen.
fußball HAMBURG: Du hast selber lange für die erste Mannschaft gespielt. Wie beäugst Du die Entwicklung der Erstvertretung in den letzten Jahren?
Sportlich ist gerade in den letzten drei bis vier Jahren viel bewegt worden. Gar keine Frage.Das hängt natürlich unweigerlich mit dem Engagement von Holger zusammen. Allein schon den Durchmarsch durch die Landesliga ohne Saisonniederlage hat es, glaube ich, so noch nie gegeben. Und jetzt stehen die auch zu recht im obersten Bereich der Oberliga. Gerade die Entwicklung von Kamalow und Thiessen, die vor vier Jahren aus der A-Jugend hoch gekommen sind, freut mich sehr. Es fehlt aber an der Organisation rund um die Mannschaft. Das will man in Verein vielleicht nicht hören, aber da gibt es Kreisligisten, die bei der direkten Betreuung besser aufgestellt sind. Da hab ich lieber zwei Hände zu viel als zu wenig. Ich hab nie verstanden, warum gerade der Bereich so vernachlässigt wird. Und das Image des Clubs hat in letzter Zeilt leider auch ein paar Kratzer abbekommen. Ich bin echt gespannt, wie es weitergeht.
fußball HAMBURG: Wie ist die Haltung bei Euch im Team? Haben es sich die einzelnen Spieler auf die Fahnen geschrieben, es bei Germania in die Ober- oder gar Regionalliga zu schaffen?
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