18.02.2012 - 18:59 Uhr | Quelle: fH | Autor: DH | Seite: 1
Glück- und punktlos im Nordderby
„Seid laut! Wenn du aus Bremen kommst, gibt’s für dich hier nichts zu holen!“ Lotto hatte die Hoffnung, die HSV-Fans auch – Vorfreude auf das Nordderby. Der Kampf und Leidenschaft waren anwesend, das Glück und die spielerische Klasse nicht. Bremen entführt nicht unverdient den Dreier aus Hamburg.Die ersten Minuten zeigen es, der Hamburger SV will heute den Derbysieg. Ballbesitz pro HSV, erstes „Hallo-Wach-Moment“ von Diekmeier, der mit einem 18-Meter-Schuss Wiese zu einer Faustabwehr zwingt (5.). Das Bremer Modell heute schnell ersichtlich, gute Grundordnung, Ballgewinne und dann überfallartiges Umschalten! In der zehnten Minute Rincon mit Ballverlust im Zentrum, unnötiger kann ein Dribbling nicht sein, das angesprochene schnelle Umschalten, Rosenberg auf rechts, Pass auf Marin, der Rajkovic mit einer schnellen Drehung versetzt und ins kurze Eck trifft (10.). Die Rothosen wütend nach einer Antwort suchend, Lücken sind in der Bremer Defensive zu Hauf da. Zweimal taucht Guerrero aussichtsreich auf, wird aber geblockt. Wieder Guerrero mit starkem Diagoball auf Petric, der querlegt, der Peruaner mit wilder Entschlossenheit, aber weit drüber (17.). Es bleibt dabei: die Gäste immer wieder aus dem Nichts brandgefährlich. Aogo träumt den Schlaf der Gerechten, Flanke Marin, Drobny mit Glück und Können gegen den einköpfbereiten Rosenberg (21.). Sieben Minuten später erneutes grün-weißes Konterspiel, Marin mit dem Kullerabschluss, kein Problem für den tschechischen Panther.
Der HSV bemüht, ohne Zweifel. Aogo mit einem feinen Freistoß auf den zweiten Pfosten, Guerrero, bester Hamburger, köpft drüber (31.). Das Bremer Spiel dient zum Anschauungsunterricht, auch für die Fink-Equipe. Schnelles Umschalten, Petric auf rechts freigespielt, nach innen gezogen, über den Querbalken (38.).
Hässliche Szene kurz vor dem Pausentee, ein Plastikbecher trifft Marin vor der Eckenausführung. Nicht akzeptable Aktion, aber lächerlich auch die Schauspieleinlage von Marin – Glück, dass er weiterspielen kann, müssen arge Schmerzen gewesen sein. Nur eine Minute später revanchiert sich der Dribbelfloh fast, Drobny mit guter Parade. Die anschließende Ecke landet am Fünfmetereck, Trybull nickt per Aufsetzer ein. Drobny mit weniger guter Figur, aber unerklärlich wie frei der Jungspund dort stehen kann (45.).