16.02.2012 - 16:00 Uhr | Quelle: fH | Autor: DB

Halli Galli in der Regionalliga Nord

- Man mag über die Attraktivität der Regionalliga Nord aus Hamburger Sicht denken, was man möchte. Auswärtsfahrten nach Halberstadt, Havelse oder Cottbus zählen nicht zwangsläufig zu den Schmankerln des lokalen Fußballtourismus, doch dieses Wochenende gesellen sich die Dinge etwas anders – zwei packende Nordderbys stehen auf der jeweiligen Agenda des Hamburger SV II und der St. Pauli-Zweitvertretung.

Holstein Kiel heißt der Gegner, zu dem sich der HSV am Freitag (Anstoß 19 Uhr) aufmacht. Satte 19 Zähler haben die Kieler, die sich den Aufstieg auf die Fahnen geschrieben haben, mehr auf dem Konto als die Rothosen (22 Punkte). Dennoch reicht es für die „Störche“, die bei der Pleite im DFB-Pokalviertelfinale gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund kürzlich ein Stelldichein der besonderen Art hatten, aktuell „nur“ für den dritten Rang. Halle und Leipzig stehen noch vor der Gutzeit-Elf. Nachvollziehbar also, dass Holsten gewillt ist, Gas zu geben. „Wir wollen und müssen das Spiel gewinnen, und so gehen wir auch daran“, konstatiert KSV-Mittelfeldmann Deran Toksöz (Foto, r.).

Für jenen hat das Aufeinandertreffen mit dem HSV einen ähnlichen Reiz wie für seine Mitspieler Jacob Sachs und Rafael Kazior (Foto, l.). Das Trio eint eine Hamburger Vergangenheit. Während Toksöz für Bergedorf 85 und St. Pauli II auflief, schnürte Sachs seine Stiefel einst für Altona 93. Kazior trug gar drei Spielzeiten das Rauten-Dress, fungierte als Kapitän und Leitfigur. Am Freitag heißt es jedoch, seine emotionale Verbundenheit für 90 Minuten auszublenden.

Ebenfalls am Freitag, empfängt die zweite Garde des FC St. Pauli im Millerntor-Stadion den VfB Lübeck – ein Match mit ähnlicher Brisanz, denn auch hier wird es ein Treffen alter Bekannter geben. Lübecks Ermir Zekiri wurde in der Jugend der Braun-Weißen ausgebildet und war für die Regionalligavertretung des Stadteilklubs aktiv, ehe er vor eineinhalb Jahren ans Holstentor wechselte. Vasilis Vallianos ging im Sommer von der Elbe in die „Stadt der Sieben Türme“, absolvierte jüngst eine starke Vorbereitung und wird gegen die Großkopf-Equipe wohl zur VfB-Anfangsformation gehören.

Für reichlich Gesprächsstoff sorgte in den vergangenen Tagen die frühe Anstoßzeit der Begegnung der Nordrivalen. Bereits um 15 Uhr wird auf dem Kiez angestoßen – nicht gerade arbeitnehmerfreundlich, so der allgemeine Vorwurf. Aber eine gute Sache bringt die frühe Ansetzung für die St. Pauli-Fans auch mit sich. Um 18 Uhr spielen schließlich schon die Profis beim MSV Duisburg. Die doppelte Dröhnung Lieblingsklub zum Start ins Wochenende.