28.07.2017 - 12:07 Uhr | Quelle: fH | Autor: MGa

Von der Landesliga in die 1. Bosnische Liga: Stjepan Vego

- Am 21.07. wechselte Stjepan Vego vom Hamburger SV III in sein Vaterland zum Erstliga-Aufsteiger NK GOSK Gabela. Nur drei Tage später stand der 20-Jährige im Aufgebot zum ersten Spieltag der Premijer Liga. Im Spiel gegen den amtierenden Vizemeister Zeljeznicar Sarajevo, die erst kürzlich in der 2. Runde der Europa League Qualifikation ausgeschieden sind, wurde der Youngster zur 2. Halbzeit eingewechselt und durchlebte seine ersten 45 Minuten in einer Profi-Liga. Wie es zu dem Sprung aus der Landesliga bis in die Premijer Liga kam erzählte uns der gebürtige Hamburger exklusiv…

In der Jugend noch Leistungsträger der U19 von Victoria, sammelte Stjepan Vego als Nachwuchstalent sechs Oberliga-Einsätze bei Vicky. In der Winterpause zog es den Linksfuß in die Landesliga Hammonia zum Hamburger SV III. Auch beim HSV III kam der Außenbahnspieler zu sechs Einsätzen.

Die Möglichkeit beim NK GOSK Gabela mitzutrainieren kam im jetzigen Sommer wie aus dem Nichts. „Ich war hier im Urlaub und damit ich mich fit halte hat ein Bekannter für mich organisiert, dass ich hier mit trainieren kann“, schildert Vego wie es zur Teilnahme des Trainings kam. Dort habe er sich drei Mal beweisen können „und dann wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen kann zu bleiben!“ Sofort annehmen konnte der Youngster dieses Angebot nicht, vielmehr war es ihm wichtig, das Vorhaben mit seinen Eltern abzusprechen. Von diesen bekam Vego sofort das Vertrauen: „Mein Vater meinte zu mir, ich soll den Schritt wagen und es riskieren, da evtl. aus dieser Chance etwas Höheres werden kann!“
So kam es dazu, dass der Linksfuß in Gabela beim kleinen Fußballverein NK GOSK Gabela unterschrieb. Die Mannschaft hat in der letzten Saison als große Überraschung den Meistertitel in der 2. Bosnischen Liga geholt. Für viele Experten des bosnischen Fußballs gilt Gabela schon jetzt als klarer Absteiger in der Premijer Liga.

Einer der Gründe, warum der Verein den Hamburger verpflichtete, war das in jedem Spiel der Premijer Liga mindestens drei U21-Spieler im Kader sein müssen. Um diese Voraussetzungen zu erfüllen verpflichtete man drei neue, junge Spieler. Einer von ihnen ist Stjepan Vego. In Bosnien gibt es laut Experten kaum gute taktische Schulungen, Vegos großer Vorteil ist es, eine ausgezeichnete taktische Ausbildung in Deutschland genossen zu haben. Aus diesem Grund könnte der Youngster als Verstärkung geholt worden sein. Sein Trainer Slaven Musa äußerte sich gegenüber dem bosnischen Portal „sportske“ positiv über den jungen Hamburger: „Vego hat gute physische Eigenschaften, mal sehen wie er sich zurecht finden wird.“
Beim Neu-Erstligisten habe sich Vego mittlerweile integriert und fühle sich sehr wohl. Das Niveau der Premijer Liga vergleicht das Nachwuchstalent mit „der Qualität der 2. Oder 3. Liga in Deutschland. Im Gegensatz zur Landesliga und Oberliga ist das Tempo und die Atmosphäre im Stadion nochmal was ganz anderes!“ Zum Schluss zeigt sich Vego ehrgeizig, er möchte die Chance, die er in Bosnien bekommt, unbedingt nutzen. „Ich bin hier her gewechselt, weil ich mir durchaus vorstellen kann, hier höhere Chancen zu haben entdeckt zu werden. Außerdem ist die Chance in den Profifußball einzusteigen hier deutlich höher!“